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2. Februar, 18 Uhr

Kostenlose
Veranstaltung

RINGVORLESUNGThomas Manns Doktor Faustus in Wort und Ton, Folge 5

Teufelsbündler: Zur Stoff- und Deutungsgeschichte des "Doktor Faustus"
(Prof. Dr. Irmela von der Lühe)

Eine Veranstaltung der Musikhochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck

Kaum ein anderer Roman passt besser zur Musikstadt Lübeck als Thomas Manns "Doktor Faustus": Zum einen ist da Thomas Mann, der in Lübeck Geborene, der die Stadt noch immer prägt. Zum anderen liegt mit Doktor Faustus einer der bedeutendsten Musikerromane vor, der nicht nur die Biografie des mit dem Teufel in einen Bund tretenden fiktiven Komponisten Adrian Leverkühn ins Zentrum rückt, sondern auch mit der einen oder anderen an Theodor W. Adorno angelehnten musikwissenschaftlich gefärbten Passage gespickt ist.

Die Ringvorlesung, die online über den MHL-Stream ausgestrahlt wird, nimmt sowohl aus musik- als auch aus literaturwissenschaftlicher Perspektive verschiedene Aspekte des Romans in den Blick. Dabei steht vor allem auch die Verknüpfung mit dem unmittelbaren Klangerlebnis im Fokus: Alle Vorträge werden von einem passenden musikalischen Programm durch Studierende der Musikhochschule begleitet. Durch die Fülle an Verweisen auf real existierende musikalische Werke sowie auf die fiktiven Kompositionen Adrian Leverkühns im Roman ist dieser Einbezug des direkten Hörerlebnisses essentiell für ein sinnliches Verständnis des Werkes.

Prof. Dr. Irmela von der Lühe beendet die Ringvorlesung am 2. Februar mit ihrem Vortrag Teufelsbündler: Zur Stoff- und Deutungsgeschichte des "Doktor Faustus". Die MHL-Studierenden Pauline Kringel, Rafaela Otto und Xiaofang Zhao (Gesang) sowie Aaron Biebuyck (Violine) tragen Werke von Busoni, Henze und v. Arnim vor. Eine anschließende Question&Answer-Live-Schalte bietet Raum für Diskussionen mit der Rednerin.

 

Irmela von der Lühe ist Professorin (a.D.) für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und seit Oktober 2013 Senior Advisor am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-jüdischen Literatur-und Kulturgeschichte, der Literatur des Exils und der Shoah, der Literaturgeschichte weiblicher Autorschaft sowie der Thomas Mann-Familie. Sie ist Kuratorin der Ausstellung "Erika Mann. Kabarettistin – Kriegsreporterin – Politische Rednerin", die im Oktober 2019 in der Monacensia in München eröffnet wurde und seit Oktober 2020 in der DNB Frankfurt gezeigt wird.

Alle Folgen der Ringvorlesung sind weiterhin über den MHL-Stream verfügbar.

Das Projekt ist eine Kooperation der Musikhochschule Lübeck, der Universität zu Lübeck und der Kulturakademie der Vorwerker Diakonie.