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12. Januar, 18 Uhr

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Veranstaltung

RINGVORLESUNGThomas Manns Doktor Faustus in Wort und Ton, Folge 2

Hetaera Esmeralda und die Kunst der musikalischen Kryptografie (Prof. Dr. Oliver Korte)

Eine Veranstaltung der Musikhochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck

Kaum ein anderer Roman passt besser zur Musikstadt Lübeck als Thomas Manns "Doktor Faustus": Zum einen ist da Thomas Mann, der in Lübeck Geborene, der die Stadt noch immer prägt. Zum anderen liegt mit Doktor Faustus einer der bedeutendsten Musikerromane vor, der nicht nur die Biografie des mit dem Teufel in einen Bund tretenden fiktiven Komponisten Adrian Leverkühn ins Zentrum rückt, sondern auch mit der einen oder anderen an Theodor W. Adorno angelehnten musikwissenschaftlich gefärbten Passage gespickt ist.

Die Ringvorlesung, die online über den MHL-Stream ausgestrahlt wird, nimmt sowohl aus musik- als auch aus literaturwissenschaftlicher Perspektive verschiedene Aspekte des Romans in den Blick. Dabei steht vor allem auch die Verknüpfung mit dem unmittelbaren Klangerlebnis im Fokus: Alle Vorträge werden von einem passenden musikalischen Programm durch Studierende der Musikhochschule begleitet. Durch die Fülle an Verweisen auf real existierende musikalische Werke sowie auf die fiktiven Kompositionen Adrian Leverkühns im Roman ist dieser Einbezug des direkten Hörerlebnisses essentiell für ein sinnliches Verständnis des Werkes.

In der zweiten Folge der Ringvorlesung am 12. Januar 2021 spricht Prof. Dr. Oliver Korte über Hetaera Esmeralda und die Kunst der musikalischen Kryptografie. Die MHL-Studierenden Jakob Linowitzki (Klavier), Jan Köhler (Schlagwerk) und das Quartetto Floriani spielen Werke von Bach, Fesca, Gade, Hollandt, Korte und Schumann. Eine anschließende Question&Answer-Live-Schalte bietet Raum für Diskussionen mit dem Redner.

 

Oliver Korte ist seit 2006 Professor für Musiktheorie und Gehörbildung an der MHL. Zuvor war er an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" Berlin, an der Universität der Künste Berlin und an der Hochschule für Musik und Theater Rostock beschäftigt. Er ist Mitgründer der Gesellschaft für Musiktheorie (GMTH) und Herausgeber der Publikationsreihe "Schriften der Musikhochschule Lübeck". Er studierte Komposition, Musiktheorie und Musikwissenschaft in Hamburg, Wien und Berlin und wurde 2001 an der Technischen Universität Berlin mit einer Arbeit über Bernd Alois Zimmermann promoviert. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Musik um 1500 und nach 1900 sowie auf dem Schaffen von Gustav Mahler und Ludwig van Beethoven. Oliver Kortes Kompositionen erklingen regelmäßig im In- und Ausland und sind auf vielen Tonträgern dokumentiert.

Die nächste Folge der Ringvorlesung wird am 19. Januar um 18 Uhr über den MHL-Stream ausgestrahlt. Die vorherigen Folgen sind dort weiterhin verfügbar.

Das Projekt ist eine Kooperation der Musikhochschule Lübeck, der Universität zu Lübeck und der Kulturakademie der Vorwerker Diakonie.