Wiederaufnahme wegen großer Nachfrage: "Hören(&)verstehen" geht in die zweite Runde

Und wie hörst Du so? Dieser Frage geht am 2. und 3. Juli in der Villa Brahms erneut das erste rein studentische LH³-Projekt „Hören(&)verstehen“ auf den Grund: Nach erfolgreicher Durchführung im Januar 2022 wird das Projekt aufgrund hoher Nachfrage wieder aufgenommen. Hören(&)verstehen setzt sich künstlerisch und wissenschaftlich mit den Hörbeeinträchtigungen Altersschwerhörigkeit und Hörsturz auseinander und thematisiert zudem das Cochlea-Implantat als therapeutische Option bei Hörminderungen. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe von Studierenden der Musikhochschule Lübeck (MHL), der Technischen Hochschule Lübeck (THL) und der Universität zu Lübeck (UzL). Ziel ist die Aufklärung über Hörminderungen und die Sensibilisierung für den Umgang mit Betroffenen im Alltag mithilfe von Vorträgen, Interviews und musikalischen Beiträgen.

Die Veranstaltung „Hören(&)verstehen“ gibt tiefe Einblicke in die Erfahrungen von Menschen mit Hörminderungen wie Hörsturz und Altersschwerhörigkeit. Es gibt Interviews mit Betroffenen und historische Erfahrungsberichte aus Briefen des berühmten Komponisten Ludwig van Beethoven, der über seinen fortschreitenden Hörverlust schreibt. MHL-Studenten haben eigens zwei Kompositionen für das Projekt geschrieben. Bisher gibt es kaum Klangbeispiele, die Hörminderungen und die dadurch entstehenden individuellen Klangerlebnisse darstellen. Zu seinem Werk „tinniens“ erklärt MHL-Student Martin Schley: „Die Anordnung der Instrumente in zwei Paaren unterstreicht die menschliche Fähigkeit des Stereohörens sowie deren mögliche Beeinträchtigung beim Auftreten eines Hörsturzes”. Im Stück von Benjamin Janisch, ebenfalls Kompositionsstudent an der MHL, ermöglicht der Kontrast zwischen elektronischen Klängen und Live-Piano den direkten Vergleich zwischen einem nicht verfremdeten und einem von Altersschwerhörigkeit betroffenen Hören. In wissenschaftlichen Kurzvorträgen und Gesprächen geht es auch um das Cochlea-Implantat als Option bei Hörminderungen. Bei dieser therapeutischen Methode werden Elektroden in die Hörschnecke (Cochlea) eingesetzt, die den Hörnerv elektrisch stimulieren.

Nach erfolgreicher Durchführung im Januar 2022 wird das Projekt aufgrund hoher Nachfrage jetzt wiederaufgenommen. Initiiert wurde die Veranstaltungsreihe von Studierenden der Musikhochschule Lübeck (MHL), der Technischen Hochschule Lübeck (THL) und der Universität zu Lübeck (UzL). Ziel ist die Aufklärung über Hörminderungen und die Sensibilisierung für den Umgang mit Betroffenen. Im Alltag und sogar im klinischen Umfeld haben Menschen mit Hörminderungen oft Nachteile: Es fehlt an Sensibilisierung und Wissen, um mit Mitmenschen, die eine Hörbeeinträchtigung haben, barrierefrei und inklusiv umzugehen. Dies hat die Medizinstudierenden der UzL dazu animiert, gemeinsam mit Studierenden der MHL und THL das Veranstaltungskonzept „Hören(&)verstehen“ zu erarbeiten: „Gemeinsam mit unseren Gästen gestalten wir ein Programm, in dem unser Publikum die Welt durch die Ohren anderer erleben darf,“ so die Organisatorinnen und Organisatoren.

Es ist das erste rein studentische Projekt von LH³. Das Projektteam „Hören(&)verstehen“ setzt sich interdisziplinär aus Studierenden der drei Lübecker Hochschulen zusammen, die in der Projektentwicklung jeweils von einem Professor unterstützt wurden.


Das Programm „Hören(&)verstehen“ wird dreimal in der Villa Brahms (Jerusalemsberg 4, 23568 Lübeck) durchgeführt: am 2. Juli um 17 Uhr sowie am 3. Juli um 11 Uhr und 17 Uhr.

Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

 

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